Prozess

Der Prozess einer Pflanzkomposition
kann linear oder dynamisch sein. 
Im Folgenden werden unsere Denk-
und Arbeitsweise beispielhaft mit
elementaren Phasen illustriert.

Phase 1

In­spi­ra­ti­on

Die gröss­te Quel­le der In­spi­ra­ti­on sind na­tür­li­che Pflan­zen­ge­sell­schaf­ten und Le­bens­räu­me mit ihrer spe­zi­fi­schen Dich­te und Räum­lich­keit, der fa­rb­lich-struk­tu­rel­len Zu­sam­men­set­zung, ihrem Phä­no­typ, Pflan­zen­ha­bi­tus und dem at­mo­sphä­ri­schen Licht-Schat­ten-Spiel.

Die Gar­ten­kul­tur­ge­schich­te ist eine wei­te­re wich­ti­ge Ein­fluss­grös­se, sowie die Musik mit un­zäh­li­gen Quer­be­zü­gen in Form von kom­po­si­to­ri­schen Va­ri­a­blen wie Laut­stär­ke, Dy­na­mik, (Klang-)Fa­r­ben, Ak­kor­de, Rhyth­mus, Pro­por­ti­on, Dich­te, Har­mo­nie und Ver­lauf.

Phase 2

Samm­lung

Zu Be­ginn des Ge­stal­tungs­pro­zes­ses steht eine brei­te Re­cher­che. Ein Stu­di­um von Zei­ger­ar­ten, Boden, Makro-/Mi­kro­kli­ma, Be­son­nung und kul­tur­his­to­ri­schem Kon­text. As­sembla­gen ent­ste­hen mit Stim­mungs­bil­dern, At­mo­sphä­ren, Cha­rak­teren, Wuchs­for­men, ers­ten Ar­ten­lis­ten, Pflan­zen­ge­sell­schaf­ten, Be­schrei­bun­gen und Fa­rb­pa­let­ten.
Ideen kom­men auf, ruhen und rei­fen in die­ser Phase.

Phase 3

De­stil­lat

Die An­samm­lung wird sor­tiert und ge­schärft. Neu­ar­ti­ge, spe­zi­fi­sche Pflan­zen­ge­sell­schaf­ten, an­ge­passt auf den je­wei­li­gen ört­li­chen Kon­text und die über­ge­ord­ne­te Ent­wurfs­idee, neh­men Ge­stalt an. Ent­schei­dend für das Ge­lin­gen des Pro­jekts ist eine an­ge­mes­se­ne über­ge­ord­ne­te Ar­ten­viel­falt, im Ein­klang mit einer star­ken Ge­stal­tung durch eine dif­fe­ren­zier­te Ge­wich­tung der Ein­zel­ar­ten.

Phase 4

Vi­su­a­li­sie­rung

Skiz­zen und Col­la­gen er­gän­zen ge­stal­te­ri­sche Re­fe­ren­zen. 
Pro­jek­te kön­nen in ihrer räum­li­chen, fa­rb­li­chen, struk­tu­rel­len und at­mo­sphä­ri­schen Prä­gung ver­mit­telt wer­den. 

Phase 5

Mo­dell-Spiel

Wie das Kla­vier für den Kom­po­nis­ten dient das Mo­dell dazu, in einer spie­le­risch dy­na­mi­schen Art die Pflan­zen­viel­falt durch­zu­kom­po­nie­ren: Dich­te und Kon­stel­la­ti­o­nen der Ge­höl­ze wer­den ge­prüft, die Raum­bil­dung ver­fei­nert, ge­stal­te­risch prä­gen­de Cha­rak­ter­ar­ten in ent­spre­chen­den Ge­sel­lig­kei­ten an­ge­ord­net, Sicht­ach­sen und Lich­tun­gen frei­ge­spielt.

Phase 6

De­tail­pla­nung

Die Ve­ge­ta­ti­ons­tech­nik wird dis­ku­tiert und fin­det ab­ge­stimmt auf Bud­get und Pfle­ge Ein­gang in die Pla­nung. Die Be­pflan­zun­gen wer­den nach Etap­pie­rung und sinn­vol­len Teil­be­rei­chen in de­tail­lier­te Be­stell­lis­ten und Pflanz­plä­ne ein­ge­teilt.

Phase 7

Um­set­zung

Eine enge Be­glei­tung der Be­pflan­zung wäh­rend der Re­a­li­sie­rung ist fun­da­men­tal wich­tig. Ei­ner­seits um die Pflan­zen auf Arten-/Sor­tenecht­heit und Qua­li­tät zu über­prü­fen. An­de­rer­seits um wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen zu tref­fen hin­sicht­lich der Ge­stal­tung (Fein­plat­zie­rung, Kon­stel­la­ti­on, Ge­sel­lig­keit, Do­sie­rung, Staf­fe­lung, Sil­hou­et­te) und der öko­lo­gi­schen Ko­exis­tenz (Kom­bi­na­ti­on, Kon­kur­renz­stär­ke, Lang-/Kurz­le­big­keit, Aus­brei­tungs­stra­te­gie).

Phase 8

Ent­wick­lung

Die lang­fris­ti­ge Ent­wick­lung muss sorg­fäl­tig ge­lenkt wer­den. Ein über­ge­ord­ne­tes Pfle­ge­kon­zept mit einem lang­fris­ti­gen Weit­blick ist un­ver­zicht­bar in jedem Pro­jekt. Grün­k­lang bie­tet die Be­glei­tung des Ent­wick­lungs­pro­zes­ses an, der lang­fris­tig ge­dacht wer­den muss, der viel Wis­sen und Er­fah­rung vor­aus­setzt. Pfle­ge be­deu­tet Ge­stal­tung. Pfle­ge­ein­grif­fe sind emi­nent wich­tig für die Ge­stal­tung und eine ad­äqua­te lang­fris­ti­ge Ar­ten­viel­falt. Durch eine qua­li­fi­zier­te und be­glei­te­te Ent­wick­lungs­pfle­ge kön­nen Schä­den ver­mie­den wer­den und die Pflanz­kom­po­si­ti­on kann sich wie ge­plant ent­fal­ten.